Forschungszentrum Medizintechnik Hamburg gegründet

TUHH-Präsident Garabed Antranikian und UKE-Dekan Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus unterzeichneten im Beisein der Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt den Gründungsvertrag für das Forschungszentrum Medizintechnik Hamburg. Das Ziel ist es, ein gemeinsames Exzellenzzentrum mit herausragender wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit zu errichten. Zugleich soll mit der Bündelung medizinischer und ingenieur-wissenschaftlicher Kompetenz der Wissenschaftsstandort Hamburg gestärkt werden.

Durch die Verbindung leistungsstarker Forschungsschwerpunkte der TUHH und des UKE innerhalb des einrichtungsübergreifenden Zentrums sollen attraktive Bedingungen für interdisziplinäre Forschung und attraktive Förderbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs geschaffen werden. „Die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) verbindet eine langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Arbeit des FMTHH konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:

  • Vertiefung und Ausbau von Forschungskooperationen
  • vereinfachte Nachwuchsförderung;
  • strategische Partnerschaften mit der Industrie;
  • Verstärkung des Austauschs bei den bereits bestehenden Studiengängen;
  • perspektivisch die Einrichtung eines gemeinsamen berufsbegleitenden Studiengangs für Medizintechnik;
  • strategische Partnerschaften mit der Industrie.

Mit vorrangigem Interesse verfolgt das fmthh die Forschungsförderung junger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Als Fördergelder stehen seitens TUHH und UKE jährlich je 125.000 Euro bereit. Die Antragsfrist für die ersten Forschungsanträge endet am 31. Juli 2013. „Antragsteller sind mindestens ein/e Wissenschaftler/in von UKE und TUHH. Dazu Professor Morlock: „Einzureichen ist eine kurze, ein bis zwei Seiten umfassende, klare Begründung des Forschungsvorhabens. Nach einem Jahr soll das Projekt in einem Berichtskolloquium vorgestellt werden. Sechs Monate vor Beendigung der beispielsweise zweijährigen Förderung erwarten wir ein Papier, das die Grundlage für einen Antrag zu einer weiteren Förderung bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bildet. Alternativ ist die Vorlage einer anderweitigen Publikation, resultierend aus der Forschungsarbeit. Wenn jedes dritte von uns geförderte Projekt ein Antrag wird, dann ist das grandios.“

„Hamburg steht in der Tradition als Stifterstadt“, ergänzt Professor Krautschneider. “ Wir haben auch das Ziel, Sponsoren zu gewinnen und mit ihrer Unterstützung unser noch bescheidenes Budget aufzustocken. Was uns als Einrichtung attraktiv macht und deutschlandweit von anderen Forschungszentren unterscheidet, ist die Tatsache, dass wir unsere Projekte von der wissenschaftlichen Idee bis hin zur Umsetzung auf Hamburg beschränken und Fördermittelmittel allein in Hamburg zur Verfügung stellen. Das stärkt die Hansestadt als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort.“

Professor Michael Amling (UKE): „Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizinern und Ingenieuren erfordert die Bereitschaft, eine gemeinsame Sprache zu erlernen; immer, wenn das gelingt, entsteht etwas Neues, was in unserem Bereich die medizinische Versorgung von Patienten mit Knochen- und Gelenkerkrankungen verbessert“.

Professor Gerhard Adam (UKE): „Hamburg hat eine beachtenswerte medizintechnische Industrie mit hohem Innovationspotential. Die Bündelung akademischer Expertise mit industriellen Kooperationspartnern wird in hohem Maße das Forschungszentrum Medizintechnik fördern. Das Potential eines international bedeutenden Medizintechnikstandorts ist erkannt und muss nun sorgfältig gefördert werden.“

Weitere Zitate anlässlich der Gründung des Forschungszentrums Medizintechnik:

Wissenschaftsenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „In dem Forschungszentrum Medizintechnik tun sich Hamburger Wissenschaftsexperten unterschiedlicher Disziplinen zusammen, um das Leben kranker Menschen zu retten oder zu erleichtern. Es geht um Geräte, die beispielsweise Patientinnen und Patienten die Angst nehmen könnten, in Kürze an einem Aneurysma zu sterben. Oder die degenerierte Gelenke ersetzen und Patientinnen und Patienten von Schmerzen befreien sollen. Ich möchte daher allen Beteiligten sehr danken, dass sie zusammen Implantate, Stents, Prothesen oder dergleichen mehr entwickeln bzw. noch weiter verbessern wollen. Durch die Vertiefung der Forschungskooperation lassen sich wertvolle Synergieeffekte erzielen.“

Professor Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus: „Wir sind sehr glücklich, dass die in den letzten vier Jahren Schritt für Schritt intensivierte wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der TU Hamburg jetzt in eine nächste Stufe der vertieften Kooperation einmündet. Ich bin sehr optimistisch, dass dies der Startpunkt für eine sehr produktive, die medizinische Versorgung weiter voranbringende Forschung darstellt.“

Professor Dr. Dr. h.c. Garabed Antranikian: „Mit der Zusammenarbeit zwischen der Technischen Universität Hamburg und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf schaffen wir eine einzigartige interdisziplinäre Kooperation auf dem Gebiet der Medizintechnik, die in Deutschland Zeichen setzen wird. Die Bündelung des wissenschaftlichen Know-hows in Hamburg ist ein wichtiges Thema und wird durch das Forschungszentrum für Medizintechnik nachhaltig gestärkt. Neue Potentiale für die Entwicklung  wissenschaftlicher Innovation und gesellschaftlichen Fortschritts werden optimal ausgeschöpft.

Dr. Wilhelm Pluester, Managing Director, Eppendorf Instrumente GmbH: „Erfolgreiche anwendungsnahe Forschung ist ebenso wie erfolgreiche Produktentwicklung nur in interdisziplinären Teams möglich – wobei der Anwender, Patient oder Kunde immer im Fokus stehen sollte. Hier kann und soll das neue Zentrum für Medizintechnik einen wesentlichen Beitrag sowohl zur praxisbezogenen Ausbildung der Studenten als auch zur Umsetzung innovativer Ideen leisten.“